IT-Forensik · Linux

Remote-Forensik bei verteilten Linux-Infrastrukturen

Unternehmen betreiben ihre Linux-Infrastruktur häufig über mehrere Standorte oder Rechenzentren verteilt, was bei einer forensischen Untersuchung eine koordinierte, teilweise remote durchgeführte Vorgehensweise erforderlich machen kann.

Enquire without obligation

Bei Linux-Systemen ist dieser Punkt besonders wichtig, weil sich Distributionen, Kernel-Versionen, Speicherarchitekturen und Sicherheitsmechanismen stark unterscheiden können. Ein klassischer Debian-Server, ein containerisiertes Kubernetes-Node und ein eingebettetes Embedded-System dürfen nicht nach demselben technischen Schema behandelt werden. Dateisystem, Verschlüsselung, Laufzeitumgebung und der jeweilige Systemzustand bestimmen, welche Daten zugänglich sind und welche Sicherungsmethode die geringsten Veränderungen verursacht.

Auch bei einer verteilten, remote koordinierten Untersuchung müssen sämtliche forensischen Grundsätze, insbesondere hinsichtlich Schreibschutz und Dokumentation, an jedem beteiligten Standort gleichermaßen eingehalten werden.

Why LanCologne?

LanCologne untersucht Linux-Systeme nicht nach einem pauschalen Standardschema, sondern anhand der konkreten Hardware-, Distributions- und Sicherheitsarchitektur. Unsere Mitarbeiter verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der Informationstechnologie und langjährige praktische Erfahrung in der IT-Forensik. Wir unterstützen Unternehmen, Rechtsanwälte, Privatpersonen sowie regelmäßig Gerichte und Behörden bei der technischen Aufklärung digitaler Sachverhalte.

The investigation is generally carried out on a forensic copy, a forensic image or a data source captured in a technically equivalent manner that preserves the integrity of the evidence. The original evidence is either left unchanged or, where technically unavoidable alterations have been made, these are transparently documented and the evidence is stored in a manner that preserves its integrity.

Our working methods and the tools we use

Unsere Untersuchung beginnt nicht mit dem Start eines Analyseprogramms, sondern mit der Beweismittelaufnahme. System, Hardware, Netzwerkanbindung, sichtbarer Betriebszustand und vorhandene Peripherie werden dokumentiert. Danach wird entschieden, ob das System ausgeschaltet bleiben muss, ob eine Live-Erfassung sinnvoll ist oder ob ein Offline-Zugriff über ein forensisches Rettungssystem fachlich vertretbar ist.

Im nächsten Schritt wird die Sicherungsstrategie festgelegt. Dabei unterscheiden wir zwischen blockorientierter Abbildung, logischer Sicherung und gezielter Triage. Die Wahl hängt nicht von Bequemlichkeit ab, sondern von Speicherarchitektur, Verschlüsselung, Verfügbarkeit des Systems und der konkreten Beweisfrage. Wo technisch möglich, wird schreibgeschützt gearbeitet. Unvermeidbare Zustandsänderungen bei Live-Erfassungen werden ausdrücklich protokolliert.

The backup created is documented using hash values. The actual analysis is not carried out on the original, but on a working copy or a verified proof image. This allows parsers, searches or custom utilities to be used without continuously altering the original evidence.

Bei verteilten Infrastrukturen koordinieren wir die Sicherung mehrerer Standorte zentral, stellen die Einhaltung identischer forensischer Standards an jedem Ort sicher und führen die gewonnenen Daten anschließend zu einer einheitlichen Gesamtauswertung zusammen.

Für einen fachfremden Leser ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Ein Forensikprogramm „findet" nicht automatisch die Wahrheit. Es liest Datenstrukturen und interpretiert sie nach bekannten Regeln. Ändert eine neue Kernel- oder Distributionsversion ein Protokollformat oder eine Datenstruktur, kann ein Parser unvollständig oder falsch reagieren. Deshalb prüfen wir bei entscheidenden Befunden, aus welcher Datei, Datenbank oder Dateisystemstruktur das Ergebnis stammt und ob ein zweiter technischer Weg denselben Sachverhalt bestätigt.

Das ist auch der Grund, warum wir mehrere Werkzeuge einsetzen. The Sleuth Kit beziehungsweise Autopsy können Linux-Dateisysteme nativ und quelloffen auswerten; Belkasoft X bietet eine andere Artefakt- und Korrelationssicht; X-Ways ermöglicht sehr detaillierte Dateisystem- und Rohdatenprüfungen. Stimmen unabhängige Auswertungen überein, erhöht das die Belastbarkeit. Stimmen sie nicht überein, wird die Ursache untersucht und nicht einfach der bequemste Treffer ausgewählt.

Typical areas of application

Judicial and non-judicial expert reports
Beweissicherung von Linux-Servern, -Workstations und eingebetteten Systemen
Untersuchung unterschiedlicher Linux-Distributionen und Kernel-Versionen
Incident Response and Malware Investigations
Analyse von Dateisystem-, Benutzer-, Anwendungs- und Systemartefakten
Reconstruction of file, user and network activity
Cross-checking the results of automatic parsers
Analysis of deleted, historical or only indirectly visible traces
Documentation for courts, solicitors, businesses and public authorities

This is how the forensic investigation is carried out

1Collection of evidence and documentation of the condition

Das Linux-System wird zunächst eindeutig identifiziert und fotografisch beziehungsweise schriftlich dokumentiert. Wir halten fest, ob es ein- oder ausgeschaltet, angemeldet, gesperrt oder mit externen Datenträgern beziehungsweise Netzwerken verbunden ist. Diese Informationen können später entscheidend sein.

2Technical classification

Distribution, Kernel-Version, Dateisystem, Verschlüsselung und relevante Sicherheitsmechanismen werden bestimmt. Erst daraus ergibt sich die geeignete Erfassungsmethode.

3Secure storage that preserves evidence

Die Sicherung wird so gewählt, dass möglichst wenig auf dem Original verändert wird. Je nach Fall kommt eine blockorientierte Abbildung über ein forensisches Rettungssystem, eine Live-Erfassung des laufenden Systems oder eine gezielte Triage einzelner Verzeichnisse infrage. Jeder Schritt wird protokolliert.

4Integrity check

Images or logical backups that are created are given unique names, assigned hash values and verified. Analysis and search operations are then carried out on working copies.

5Multi-stage evaluation

The Sleuth Kit beziehungsweise Autopsy, Belkasoft X und X-Ways werden je nach Fragestellung kombiniert. Ein wichtiges Ergebnis wird möglichst nicht nur aus einer einzigen Parseransicht übernommen.

6Manual validation

Wenn ein Artefakt besonders beweiserheblich, ungewöhnlich oder durch Standardsoftware nur teilweise unterstützt ist, prüfen wir Rohdaten, Datenbankstrukturen, Protokoll- oder Dateisysteminformationen manuell. Bei Bedarf kommen eigene Werkzeuge zum Einsatz.

7Report and reference to evidence

In the end, we do more than simply list the results displayed by a tool. We explain the technical basis for the findings, what conclusions can be drawn, and where the limitations lie.

Why is this area of investigation relevant to forensics?

Unternehmen betreiben ihre Linux-Infrastruktur häufig über mehrere Standorte oder Rechenzentren verteilt, was bei einer forensischen Untersuchung eine koordinierte, teilweise remote durchgeführte Vorgehensweise erforderlich machen kann.

The forensic value lies not solely in the volume of data found, but in its origin and reliability. A file name, a timestamp or a log entry can be misleading without context. That is why we document how an artefact may have come into being, what alternative explanations exist and what further evidence supports the findings.

Auch bei einer verteilten, remote koordinierten Untersuchung müssen sämtliche forensischen Grundsätze, insbesondere hinsichtlich Schreibschutz und Dokumentation, an jedem beteiligten Standort gleichermaßen eingehalten werden.

Gerade auf modernen Linux-Systemen kann außerdem der Versuch einer „klassischen" Datenträgeranalyse an technischen Grenzen scheitern. Verschlüsselung, Containerisierung, flüchtiger Speicher und dynamische Konfigurationen machen deutlich, warum eine fachgerechte Sicherung vor der eigentlichen Analyse so wichtig ist. Fehler in dieser Phase können später nicht immer rückgängig gemacht werden.

Frequently Asked Questions

Warum benutzen Sie mehrere Forensikprogramme?+
Weil kein einzelnes Programm jede Linux-Distribution, jedes Artefakt und jede Sonderkonstellation vollständig abdeckt. Mehrere unabhängige Auswertungswege helfen, wichtige Befunde zu validieren und Parserfehler zu erkennen.
Welche Rolle spielen The Sleuth Kit und Autopsy?+
The Sleuth Kit ist eine quelloffene Bibliothek zur Dateisystem- und Low-Level-Analyse, die Linux-typische Dateisysteme wie ext4, XFS und Btrfs nativ unterstützt. Autopsy setzt darauf auf und stellt eine strukturierte Oberfläche für Fallbearbeitung, Timelines und Berichte bereit.
Warum zusätzlich Belkasoft X und X-Ways?+
Belkasoft X bietet umfangreiche Artefakt-, Such- und Timeline-Funktionen mit Unterstützung für Linux-/Unix-Dateisysteme. X-Ways ermöglicht sehr detaillierte Dateisystem- und Rohdatenanalysen. Beide können wichtige Gegenprüfungen liefern.
Was machen Ihre eigens entwickelten Tools?+
Sie werden gezielt eingesetzt, wenn ein spezielles Artefakt von Standardsoftware nicht vollständig verarbeitet wird oder eine zusätzliche Validierung nötig ist. Dabei werden Rohdaten kontrolliert ausgelesen und die Verarbeitung so dokumentiert, dass das Ergebnis technisch nachvollziehbar bleibt.
Warum analysieren Sie nicht direkt das Original?+
Weil Untersuchungssoftware, Betriebssysteme und Dateisystemtreiber Daten verändern können. Die eigentliche Auswertung erfolgt daher grundsätzlich auf einer verifizierten forensischen Kopie oder einem entsprechend gesicherten Datenbestand.
Kann ein Tool-Treffer vor Gericht falsch sein?+
Ein automatischer Treffer kann fehlerhaft oder missverständlich sein. Deshalb unterscheiden wir zwischen Tool-Ausgabe und forensisch validiertem Befund. Gerade beweiserhebliche Treffer werden gegen die zugrunde liegenden Daten geprüft.
Ist eine Datenrettung oder vollständige Artefaktwiederherstellung immer möglich?+
Nein. Verschlüsselung, SSD-TRIM, überschriebener Speicher, beschädigte Dateisysteme oder fehlende Schlüssel können technische Grenzen setzen. Solche Grenzen werden offen dokumentiert.
How do you explain the results to non-technical people?+
Wir beschreiben nicht nur technische Dateinamen und Protokolle, sondern erläutern, was ein Artefakt bedeutet, wie es entstanden sein kann und welche Aussage daraus tatsächlich zulässig ist.

LanCologne – Linux-Forensik Köln

Sie benötigen eine professionelle Untersuchung zu „Remote-Forensik bei verteilten Linux-Infrastrukturen"? LanCologne unterstützt Sie bei der beweissicheren Sicherung, mehrstufigen Auswertung und nachvollziehbaren Dokumentation. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele automatische Treffer zu erzeugen, sondern technisch belastbare und überprüfbare Beweise zu sichern.

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